
Muskeln sorgen für die Bewegungen, auf die wir im Alltag angewiesen sind (z. B. Gehen, Laufen, Essen, Gegenstände aufheben und vieles mehr). Aber nehmen wir einmal an, wir würden uns so weiterentwickeln, dass wir in einer anderen Umgebung leben oder auf andere Weise heranwachsen würden – beispielsweise ohne Pubertät oder indem wir unser ganzes Leben lang im Jugendalter bleiben würden. Müssten wir dann die Größe und Form unserer Muskeln anpassen? Oder sind unsere Muskeln eher ein System nach dem Motto „Eine Größe passt für alle“, das in vielen Umgebungen und bei vielen Arten des Heranwachsens funktioniert?
Das ist die Frage, die wir gestellt haben – allerdings in Bezug auf Salamander! – in Unser Forschungsartikel, der im Mai 2026 in der Fachzeitschrift „Integrative & Comparative Biology“ veröffentlicht wurde. Nachdem wir Daten von 25 Salamanderarten gesammelt und diese einer evolutionären statistischen Analyse unterzogen hatten, stellten wir fest, dass Muskeln bei Salamandern kein einheitliches System darstellen, das für die meisten Arten gleichermaßen gilt.
Salamander, die von einem Leben im Wasser zu einem Leben an Land übergingen, hatten andere Muskeln als Salamander, die ihr ganzes Leben lang in ein und derselben Umgebung blieben. Salamander, die ein Larvenstadium durchlaufen, um erwachsen zu werden, hatten andere Muskeln als Salamander, die entweder das Larvenstadium überspringen oder ihr ganzes Leben lang wie eine Salamanderlarve bleiben. Und Salamander, die als ausgewachsene Tiere an Land leben, hatten andere Muskeln als solche, die als ausgewachsene Tiere im Wasser leben. Ausgewachsene Salamander, deren Lebensraum das Wasser ist, hatten die stärksten und größten Muskeln entwickelt: Es erfordert viel Muskelkraft und -leistung, um das Maul unter Wasser zu öffnen und einen Sog zu erzeugen, während die landlebenden Salamander mit weniger Muskelkraft auskommen.
Diese Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Größe und Form der Muskeln bei Tieren auf viele verschiedene Aspekte unseres Lebens als Tiere abgestimmt sein müssen oder zumindest mit diesen variieren – darunter die Umgebungen, in denen wir leben, und sogar die Art und Weise, wie wir aufwachsen und reifen. Und das wiederum beeinflusst, wie wir diese Muskeln nutzen können, um uns durch (und während!) unser Leben zu bewegen.
Den vollständigen Forschungsartikel „Impact of Life-Cycle Variation on Feeding System Musculature in Caudata“ können Sie in der Fachzeitschrift „Integrative & Comparative Biology“ unter folgendem Link lesen: https://doi.org/10.1093/icb/icag040.


