Eine inspirierende Reise durch die Sammlungen von La Specola

Wir waren unglaublich gespannt darauf, zum ersten Mal die herpetologische Sammlung in der La Specola in Florenz, Italien, zu besuchen. Dieses Museum genießt unter Herpetologen seit langem einen besonderen Ruf, und endlich die Gelegenheit zu haben, seine Sammlungen persönlich zu erkunden, war für uns eine echte Inspiration. Von dem Moment an, als wir ankamen...

Wir waren unglaublich gespannt darauf, zum ersten Mal die herpetologische Sammlung in der La Specola in Florenz, Italien, zu besuchen. Dieses Museum genießt unter Herpetologen seit langem einen besonderen Ruf, und endlich die Gelegenheit zu haben, seine Sammlungen persönlich zu erkunden, war für uns eine echte Inspiration. Gleich bei unserer Ankunft wurden wir herzlich von der Kuratorin für Herpetologie, Annamaria Nistri, empfangen, deren Freundlichkeit und Begeisterung den Besuch zu einem noch unvergesslicheren Erlebnis machten.

Die Sammlung selbst ist bemerkenswert und umfasst eine beeindruckende Vielfalt an Amphibienexemplaren aus Italien und ganz Europa. La Specola ist insbesondere für sein wertvolles Material an Alpensalamandern und Feuersalamandern bekannt, zwei symbolträchtigen Arten, die im Mittelpunkt von Morganes Promotionsprojekt stehen. Für uns war es ein besonders spannender Moment, als wir die außergewöhnlich große Anzahl an Exemplaren des Alpensalamanders erkannten, die sowohl aus paedomorphen als auch aus metamorphen Populationen stammten. Eine derart reichhaltige Vertretung beider Lebensformen in einer Museumssammlung zu finden, ist äußerst selten und unterstrich sofort die wissenschaftliche Bedeutung dieses Materials.

Schon auf den ersten Blick fallen die äußerlichen Unterschiede zwischen diesen Formen ins Auge. Paedomorphe Alpensalamander behalten ihre larvalen Merkmale bis ins Erwachsenenalter bei und haben fast die Kopfform eines Fisches, mit stämmigen Gesichtszügen und äußeren Kiemen, die ihnen ein sehr charakteristisches Aussehen verleihen. Im Gegensatz dazu sind metamorphe Individuen viel kleiner und sehen weniger fischartig aus, mit deutlich kleineren Köpfen. Diese Formen nebeneinander zu sehen, war faszinierend und bot eine eindrucksvolle visuelle Veranschaulichung der Entwicklungsvielfalt bei Salamandern.

Während unseres Besuchs haben wir sorgfältig eine große Anzahl von Exemplaren ausgewählt, die in den kommenden Wochen in Tübingen einer CT-Untersuchung unterzogen werden. Diese Untersuchungen werden wertvolle morphologische Daten für laufende Forschungsprojekte liefern und einen wesentlichen Beitrag zu Morganes Doktorarbeit leisten. Die Vielfalt der Sammlung verspricht spannende Möglichkeiten für vergleichende Analysen und neue Einblicke in die Evolution der Entwicklungsstrategien bei Salamandern.

Abgesehen von der herpetologischen Sammlung war La Specola an sich schon ein außergewöhnliches Erlebnis. Wir hatten zudem die Gelegenheit, die historische Wachsfigurensammlung des Museums zu erkunden, die für ihre unglaublich detailgetreuen anatomischen Modelle bekannt ist. Die handwerkliche Kunstfertigkeit und der Realismus dieser Werke sind atemberaubend und spiegeln die lange wissenschaftliche und künstlerische Geschichte des Museums wider. Darüber hinaus besuchten wir die neu gestalteten Sammlungen für Botanik und Systematik, die wissenschaftliche Erkenntnisse auf wunderschöne Weise mit einer eleganten Präsentation verbinden.

Ein weiteres Highlight der Reise war die Entdeckung der Sonderausstellung von Giovanni Lopez. Die Ausstellung zeigte anthropomorphe Tiere in traumhaften und fantastischen Landschaften, wodurch Szenen entstanden, die fast surreal wirkten. Die Kunstwerke hatten einen starken metaphysischen Unterton und luden die Besucher in fantasievolle Welten ein, in denen Natur, Symbolik und Fantasie auf faszinierende Weise miteinander verschmolzen.

Insgesamt war die Reise sowohl in wissenschaftlicher als auch in persönlicher Hinsicht ein großer Erfolg. Wir kehrten mit wertvollem Material, neuen Ideen und viel Motivation für die kommenden Monate zurück. Vor allem aber hat Morgane nun Zugang zu einer Fülle wichtiger Daten, die für ihre Doktorarbeit eine entscheidende Rolle spielen werden.

Auf eine erfolgreiche Reise und viele spannende Entdeckungen, die noch vor uns liegen!

Anne-Claire Fabre
Anne-Claire Fabre

Kurator für Säugetiere am Naturhistorischen Museum Bern und Leiter des Projekts Meta-Morphose.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_DEDeutsch